Die Praxisklasse


Mit Hilfe der Praxisklasse möchten wir schulisches Lernen und betriebliche Erfahrungen miteinander verknüpfen. Sie bietet die Möglichkeit, eine sehr individuelle und vertiefende Berufsorientierung durchzuführen. Durch regelmäßige Praxistage in Betrieben über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten erhalten die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in das von ihnen ausgewählte Berufsfeld. Zugleich lernen die Betriebe unsere Schülerinnen und Schüler kennen und oftmals auch schätzen, die gemeinsame Arbeit sagt oft mehr aus als ein Zeugnis. Oft war ein Praktikum im Rahmen der Praxisklasse bereits der erste Schritt zu einem späteren Ausbildungsverhältnis.

Die Praxisklasse ist ein Angebot, dass sich an Schülerinnen und Schüler im 8. und 9. Schulbesuchsjahr richtet. Neben dem Angebot, am Unterricht einer Regelklasse teilzunehmen, bieten wir nach Möglichkeit auch eine Praxisklasse an. Die Schülerinnen und Schüler können sich am Ende des 7. Schulbesuchsjahres für diese Klasse bewerben und werden über ein Auswahlverfahren ausgewählt.

 

Die Praxisklasse beginnt für gewöhnlich mit einer Eingangsphase. Bis zu den Herbstferien haben die Schülerinnen und Schüler an jedem Tag der Woche in der Schule Unterricht, ein Tag ist dabei allerdings ein Praxistag, an dem bis zu 6 Stunden praktische Arbeit an Projekten stattfindet. An den anderen Tagen findet Unterricht mit einer etwas abgeänderten Stundentafel statt. Neben den bekannten Fächern werden Kommunikationsgruppen angeboten. Dort werden Kompetenzen eingeübt, die während der Suche nach einem Praxisplatz bzw. während des Praktikums wichtig sind. Während der Eingangsphase müssen sich die Schülerinnen und Schüler einen Praxislernort suchen, den sie dann nach den Herbstferien regelmäßig besuchen.

 

Das erste Praktikum in Betrieben außerhalb der Schule findet zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien statt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten an 2 Tagen pro Woche für je mindestens 6 Stunden pro Tag an einem Praxisplatz. An drei Tagen findet Unterricht in der Schule statt. Während der Praxistage werden die Schülerinnen von 2 Lehrerinnen/Lehrern betreut und besucht. An den Unterrichtstagen treffen sich die Kleingruppen im Rahmen der Kommunikationsgruppe vor und nach den Praxistagen und besprechen Aufgaben sowie Vorkommnisse der Praxistage. Die Stundentafel muss natürlich aufgrund der beiden Praxistage im Betrieb angepasst werden, der Stundenumfang einiger Fächer wird gekürzt, was aber gut aufgefangen werden kann, da auch während der Praxistage schulische Aufgaben erledigt werden müssen.

 

Nach einer kurzen Pause beginnt im zweiten Halbjahr die zweite Praktikumsphase. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich einen neuen Praxisplatz in einem anderen Betrieb und einem anderen Berufsfeld suchen. Dieses Praktikum dauert ca. 3 Monate, wird wieder betreut und endet mit einer Präsentation.

 

In jedem Praktikum muss eine selbstständige Aufgabe erarbeitet und anschließend der Klasse präsentiert werden. Diese selbstgewählten Themenfelder werden gemeinsam mit der betreuenden Lehrkraft erarbeitet und im Unterricht wird die Präsentation vorbereitet. Sowohl die Bewertung des Betriebs als auch die Bewertung des Praktikums und die erstellte Praktikumsmappe fließen in die Zeugnisnote ein.

 

Der Besuch der Praxisklasse kann für ein oder zwei Schuljahre stattfinden und endet wie der Besuch der Regelklasse nach dem 9. Schulbesuchsjahr mit dem Berufsorientierten Abschluss.